Die Bedeutung des Bodens

Der Boden ist eine der wichtigsten Lebensgrundlagen und eine nur bedingt erneuerbare Ressource. Mit Einsetzen der industriellen Revolution und den dadurch entstandenen Möglichkeiten menschliche und tierische Arbeit durch Maschinen zu ersetzen, hat sich der menschliche Eingriff in die Böden erheblich verstärkt. So hat sich die Bodenerosion – der Verlust von nährstoffreichem Mutterboden durch Wind und Wasser – seit Einsatz des Pfluges verzehnfacht. Durch die relativ langsame Aufbaugeschwindigkeit von Böden bedeutet dies, dass wir zehnmal – bis teilweise gar 100mal – mehr Boden verlieren, als sich auf natürliche Weise neu bildet.

Eines der wichtigsten Anliegen der Menschheit muss daher heute sein, der weltweiten Bodenerosion und Bodendegradation Einhalt zu gebieten und neue Formen der Landbewirtschaftung zu entwickeln. Wir brauchen Methoden, die nicht nur den Boden erhalten, sondern aufbauen, um die akkumulierten Bodenverluste der letzten Jahrhunderte auszugleichen. Dafür reichen Bodenbildungsraten wie sie in der Natur ohne Eingriff des Menschen vorkommen nicht aus.

Aufbauende Bodenbearbeitung muss sich der komplexen Vorgänge und der vielfältigen Kreisläufe im Boden bewusst sein, um Erfolge zu erzielen. Der Boden an sich ist ein komplexes Ökosystem mit vielfältigen Funktionen (Nährstofflieferant und -speicher, Wasserspeicher und Wasserleiter, Durchlüftung, Lebensraum, Schutz, usw.). Gesunder Boden gibt lebender Vegetation Stabilität und Widerstandskraft bei natürlichen Krisen. Damit ist ein gesunder, stabiler Boden eine entscheidende Grundlage für zukunftsfähige Landbewirtschaftung.

Biodiversität als Grundprinzip der Natur

Der Rückgang der Artenvielfalt weltweit wir auch in den ausgeräumten Agrarräumen Baden-Württembergs ist dramatisch. Landwirtschaft ist heute in vielen Gegenden Sinnbild von Monotonie (durch flächendeckende Monokulturen und Eliminierung strukturgebender und lebendiger Elemente wie Hecken, Baumgruppen, Einzelbäume) und Abhängigkeit (von Energie, Pestiziden, Dünger) und steht damit im klaren Gegensatz zu dem Vorbild der Natur. Dort finden wir zumeist Vielfalt in den Elementen und der Zusammensetzung sowie Vielfalt in den Beziehungen – und damit eine große Stabilität im System.

Es braucht die Einfügung agrarökologischer Elemente in bestehende landwirtschaftliche Betriebe, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wodurch das Angebot an Biotopen für Flora und Fauna erhöht wird. Der Integration dieser Elemente in ein landwirtschaftliches Ökosystem sind zwar Grenzen gesetzt, aber es gilt von dem Vorbild der Natur zu lernen und anhand von ersten Pilotprojekten Möglichkeiten auzuzeigen.

Dadurch können die Systeme zur Lebensmittelproduktion vielfältiger gestaltet und eine Vielzahl an Funktionen wiederhergestellt werden, die die Natur durch komplexe Ökosysteme zur Verfügung stellt (z.B. Erosionsschutz, Bodenaufbau, Nährstoffversorgung, Wasserrückhalt, Wasserfiltration, Lebensraum und Nahrungsgrundlage für hilfreiche Insekten und Vögel, usw.) und die zum Erhalt einer lebenswerten Umwelt notwendig sind.

Aufbau von Boden und Erhöhung der Biodiversität

Eine grundlegende Umgestaltung der landwirtschaftlichen (Anbau)Kultur ist vonnöten, um eine Trendwende von Bodenverlust hin zu Bodenaufbau, sowie von Artenverlust hin zu vielfältigen Systemen zu initiieren. Hierfür braucht es Modellprojekte, die Aufzeigen was machbar ist, und Angebote für Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer.

Der Tempelhof-Fonds fördert daher

Wissenschaftliche Begleitung

Der Tempelhof-Fonds legt Wert auf eine große Praxisrelevanz seiner Projekte. Zugleich ist uns die Bedeutung von wissenschaftlicher Begleitung bewusst, die Ergebnisse absichert und die Grundlage für gesellschaftliche Akzeptanz von Lösungsvorschlägen und neuen Techniken bietet. Daher besteht für unsere Projekte im Bereich Bodenaufbau und biologischer Vielfalt eine Zusammenarbeit mit der FH Nürtingen, der Universität Hohenheim, der Universtität Witzenhausen sowie dem FIBL aus der Schweiz.

 

Die Aufgabe ist groß und sie geht uns alle an! Unterstützen Sie unsere Arbeit:

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